Fertige Mandelmilch ist im Handel ziemlich teuer. Darum hatte ich mir schon länger überlegt, sie selbst zu machen. Vor einiger Zeit habe ich versucht, Cashew-Sahne herzustellen. Die Konsistenz war sehr schön, aber der Geschmack hat mich dann doch nicht überzeugt; es schmeckte sehr intensiv und irgendwie "rauchig". Aber ich werde das auf jeden Fall noch mit anderen Nüssen testen.
Als kürzlich das Thema "Mandelmilch" im Newsletter von Eat Smarter zur Sprache kam, war das für mich der Auslöser, die Sache endlich selbst anzugehen. Ich habe die Menge halbiert und vorerst einen halben Liter zum Probieren gemacht. Dabei bin ich größtenteils vorgegangen, wie bei "Eat Smarter" beschrieben, habe jedoch den Agavendicksaft weggelassen, dafür aber eine Prise Salz und etwas gemahlene Vanilleschote dazu gegeben. Mein Moulinex Soup & Co. ist bestens geeignet für die Herstellung. HIER habe ich auch das genaue Rezept und meine Vorgehensweise nochmal gepostet.
Mit meinem Ergebnis war ich sehr zufrieden. Da ich die Schalen mit gemixt habe, schmeckte die Mandelmilch ziemlich intensiv, und ich denke, das lässt sich nach Belieben variieren, indem man geschälte Mandeln benutzt. Trotz der enthaltenen Schalen war die fertige Milch schön hell, eigentlich fast weiß.
Es lohnt sich wirklich, gleich einen ganzen Liter zu machen, denn mein Krug war nullkommanix leer. ;-)
Übrigens - es wäre schade, die ausgepresste Mandelmasse wegzuwerfen. Ich habe irgendwo den Tipp gelesen, dass man das Mus zum Backen verwenden kann, in allen Rezepten, wo gemahlene Mandeln oder Nüsse gebraucht werden. Da ich gerade kein geeignetes Back-Projekt geplant hatte, habe ich die Mandelmasse heute in einen Eierkuchenteig gegeben (halbe Menge Mandeln und halbe Menge Dinkelmehl). Das war auch sehr lecker. Mandelmilch und die "Folgeprodukte" wird es nun öfter bei uns geben, denn sie ist sowohl lecker als auch gesund und nicht nur für Vegetarier ideal, sondern für alle, die öfter mal bewusst auf tierische Produkte verzichten wollen.
Freitag, 17. Mai 2013
Montag, 29. April 2013
Kochen für Teilzeit-Vegetarier v. Martin Kintrup
Für mich stellt sich täglich die Aufgabe, eine „Mischfamilie“ in Sachen Ernährungsgewohnheiten zu bekochen, und um jedem gerecht zu werden, ist das manchmal eine ziemliche Gratwanderung. Meine Tochter ernährt sich ovo-lacto-vegetarisch, während mein Mann sehr gerne Fleisch isst. Ich stehe irgendwo dazuwischen, und aus diesem Grund hat der Titel des Kochbuchs „Teilzeit-Vegetarier“ gleich mein Interesse geweckt.
Es enthält fünf große Kapitel:
- Salate,
- Suppen und Eintöpfe,
- Kartoffeln, Gemüse und Hülsenfrüchte,
- Pasta und Nudeln sowie
- Reis und Getreide.
Im Buch enthalten sind ca. 60 vegetarische Rezepte, zu denen es jeweils ergänzende Vorschläge gibt, wie man das Gericht für Fleischesser abwandeln könnte. Beispielsweise wird ein bunter Salat mit Mozzarella kurzerhand zum Wurstsalat umgewandelt, indem einige der Zutaten durch Schinkenwurst ersetzt werden. Zu Bohnen mit Kichererbsenpüree werden ergänzend Kalbsmedaillons empfohlen, oder das Frühlings-Linsengemüse kann man mit Mettwürstchen servieren. So hat man immer ein vegetarisches Basis-Gericht, das sich ohne großen Mehraufwand auch für Nicht-Vegetarier ergänzen lässt.
Andererseits findet man in dem Buch auch Gegenüberstellungen. Auf der einen Seite steht ein Rezept für Sauce Bolognese mit Hackfleisch, daneben gibt es die vegetarische Variante, eine Seitan-Gemüse-Bolognese.
Das Register ist zweckmäßig und übersichtlich. Man findet hier die Gerichte nach den Haupt-Zutaten, wobei die nicht-vegetarische Variante immer in brauner Kursivschrift gekennzeichnet ist.
Das Positive an diesem Kochbuch ist, dass Fleisch und Fisch hier als Beilagen betrachtet werden, was ja in der „konventionellen“ Küche eher umgekehrt praktiziert wird, wo Gemüse oder Salat sich leider meist mit einer Nebenrolle begnügen müssen.
„Kochen für Teilzeit-Vegetarier“ ist kein dickes Kochbuch; es umfasst „nur“ 144 Seiten. Aber es ist sinnvoll und zweckmäßig aufgebaut, und die Farbfotos zu jedem Gericht machen gleich Appetit.
Bisher habe ich zwei Rezepte ausprobiert und war sehr zufrieden mit den Ergebnissen:
- Zucchinicremesuppe mit Mozzarella-Tatar – hierzu wird für Nicht-Vegetarier ein Lachstatar empfohlen. Wir haben es bei der vegetarischen Variante belassen, und es hat der ganzen Familie geschmeckt.
- Frühlingsrisotto – Statt weißem Spargel, wie im Rezept angegeben, habe ich diesmal grünen Spargel verwendet, was auch wunderbar gepasst hat. Das ist ein richtig gutes Rezept, welches nun sicher häufiger bei uns auf den Tisch kommt. Auf die Anregung, hierzu eine Speck-Hähnchenbrust zu servieren, hat sogar mein Mann frohen Herzens verzichtet und war mit seiner vegetarischen Portion Risotto sehr zufrieden.
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Freitag, 12. April 2013
Steinzeit-Mahlzeit - Achim Werner und Jens Dummer
Heute möchte ich euch ein außergewöhnliches Kochbuch vorstellen: Steinzeit-Mahlzeit, von den ersten Bauern bis Ötzi, enthält 55 neue Rezepte, die den Küchengebräuchen unserer frühen Vorfahren nachempfunden sind.
Der Rezeptteil gliedert sich in neun große Abschnitte:
- Vorspeisen
- Suppen
- Salate
- Brot
- Gerichte mit Wildgemüse
- Fleisch und Geflügel
- Fisch und Meeresfrüchte
- Nachspeisen
- Getränke
Zuvor weisen die Autoren Achim Werner und Jens Dummer darauf hin, dass nicht eindeutig festgestellt werden kann, wie die Menschen in der Steinzeit ihre Mahlzeiten zubereiteten und verzehrten. Ob es wirklich mehrere Speisenfolgen gab, wissen wir nicht, aber das war sicher auch von der jeweiligen Situation abhängig. Ich könnte mir vorstellen, dass auch damals Feste gefeiert wurden, bei denen dann etwas besonders Gutes serviert wurde. Auch geben die Autoren zu bedenken, dass die Menschen, wenn sie damals schon so viel Wert auf schönes Geschirr gelegt haben, (denn die Gefäße weisen sehr sorgfältige und detailreiche Verzierungen auf), sicher auch beim Inhalt nicht nachlässig verfahren wurde.
Jeder Abschnitt wird von umfangreichen Informationen eingeleitet, so dass man viel über die historischen Ursprünge der Speisen erfährt.
Die im Buch enthaltenen Rezepte geben Aufschluss darüber, wie der Speiseplan damals ausgesehen haben könnte. Sie sind von den Zutaten her einfach gehalten und klingen doch sehr schmackhaft. Es wurde sehr darauf geachtet, bei der Zusammenstellung nur Lebensmittel zu verwenden, die es wirklich zur gleichen Jahreszeit in der Natur gab bzw. gibt, denn Konservierung war nur in geringem Maße möglich.
Beim Durchblättern des Kochbuchs bekommt man gleich Appetit, denn alle Rezepte sind auch mit einem ansprechenden Foto versehen. Da gibt es Löwenzahn-Giersch-Salat mit Birnen und Ziegenkäse oder Wildkräutersalat mit Ackersenf und Himbeeren. Man findet urig gebackene Brote ebenso wie raffinierte Fleisch- und Wildgemüsegerichte. Die Krönung der Speisen sind dann Desserts, wie Holunder-Birnen-Kompott oder Hirsebrei mit Dörräpfeln und Getränke, wie Vogelbeerlimonade oder Löwenzahnwein.
Den Abschluss des Buches bilden eine illustrierte Bestimmungshilfe für Wildpflanzen sowie eine Aufstellung mit Hinweisen für weiterführende Literatur.
Leider habe ich nur wenig Möglichkeiten, an Wildkräuter, wie Wiesenkerbel oder Gundermann zu gelangen, denn nicht überall wachsen diese Pflanzen heutzutage, und auch nicht an allen Stellen ist die Ernte empfehlenswert. Aber so einiges kann ich sicher doch probieren, wenn es nun langsam draußen anfängt zu grünen und zu blühen. Auch gibt es zu vielen Rezepten Anregungen, wie man schwer erhältliche Zutaten austauschen kann.
In erster Linie ist dies aber für mich nicht nur ein Kochbuch, sondern auch die originelle Möglichkeit, sich ein wenig in frühere Zeiten hineinzudenken und Überlegungen zu den Lebensbedingungen unserer Urahnen anzustellen. Es macht Spaß, auf den Spuren der Steinzeitmenschen zu wandeln und sich vorzustellen, wie es damals gewesen sein könnte.
Vielen Dank an den Verlag Theiss.de und Literaturtest für die Überlassung des Rezensionsexemplars.
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